|
Jeden Advent hören wir uns folgende Audiocassette an:
„Singet“ – Advent und Weihnachten im Lied – Laudate –
( C 1983 Hänssler-Verlag), u. zw. das Lied Ein sehr zu Herzen gehender Kommentar! Jedes Jahr von neuem werden wir von dieser Ansprache von J. Hanselmann beeindruckt. Aus seinem letzten Dezember-Rundbrief (12.1998) möchte ich ihn zitieren: "Weihnachten, du Fest des Friedens, mache Schluss mit allem Streit, Weihnachten, du Fest des Friedens, schenk' uns eine neue Zeit, lass' die andern uns ertragen und mit ihnen Frieden wagen, schenk' uns eine neue Zeit!" So heißt es in einem neuen Kindermusical, das unlängst zu diesem Fest herausgekommen ist. ...
... Mir
ist dabei aufgefallen, dass hier nicht geklagt oder gar angeklagt, sondern
versucht wird, zu beten, zu hoffen und zu lieben. Man muss das bedachtsam und
still vor sich hinsagen: zueinander, aneinander, miteinander. Dabei erschließt
sich einem das ganze wunderbare Geschehen der Heiligen Nacht: Gott gibt sich
mit diesem Christuskind so unmittelbar und so total in unsere Welt, in unser
Leben hinein, dass sich dadurch fast wie von selbst etwas verändern muss - unser
Zueinander, unser Aneinander, unser Miteinander im Blick auf Gott und die
Menschen." Vers 1:
Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben; Vers 2:
Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren Vers 3:
Ich
lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne,
Vers
4:
Vers
8:
Vers
9:
Blockkrippe aus Teneriffa
Ein Prosatext zu Weihnachten von Walter Tlach
aus: „… und Friede auf Erden“ – Gedanken zu Weihnachten – v. Winrich Scheffbuch C 1995 by Hänssler-Verlag, Neuhausen/Stuttgart – 4. Auflage 1996
Vor Liebe nicht ausgehalten
In der Nähe des Ossiacher Sees im sonnigen Land Kärnten in Österreich stand vor über hundert Jahren ein stattliches Schloss, mit Feldern und Wäldern. Das Schloss steht zwar auch heute noch, aber es wird nicht mehr als Schloss benutzt. Vor 100 Jahren aber wohnte in den großen, weiten Räumen dieses Schlosses die junge Gräfin de la Tour mit ihrem Mann, aus altem Reichsadel. In einem Brief aus jener Zeit schrieb sie an einen Verwandten: „Ich werde es nicht aushalten!“ Wie meinte sie das? Sie sah um sich am Ossiacher See das Elend von verstoßenen Waisenkindern. Es waren verjagte Kinder von Bauernmägden, die bettelten. Und dann sah die Gräfin ihr schönes Schloss und ihren vornehmen Luxus. Und so geriet sie in eine Spannung: „Ich werde es nicht aushalten!“ Nämlich die Spannung zwischen ihrem Schloss und dem Kinderelend. Und weil sie es nicht aushielt, ließ sie kurz darauf ihr Schloss umbauen und machte daraus ein Kinderheim.
Ich bin vor einigen Jahren einem Mann begegnet, der mir sagte: „Wenn mich die Gräfin de la Tour nicht als Kind in ihr Schloss aufgenommen hätte, wäre ich verkommen.“
„Ich werde es nicht aushalten!“ Das war der Anstoß für dieses große Werk der Gräfin de la Tour, das heute noch besteht, groß ausgebaut, und Alten und Kindern dient.
„Ich werde es nicht aushalten!“ Das steht auch, nein, noch viel mehr über der Weihnachtsgeschichte. Wer hat es nicht ausgehalten? Der heilige Gott hat es nicht ausgehalten, dass wir ohne ihn in Schuld und Tod enden. Weil er es nicht ausgehalten hat, ohne uns zu sein, ist sein ewiger Sohn ein Mensch geworden – unser Bruder, unser Freund, der uns hält und für uns kämpft. Gedichtvorstellung:
|
|
Josef Freiherr v.
Eichendorff Gedichte. In chronologischer Folge
Insel, Frankfurt a. Main 1988 TB ISBN
3458327606 EUR
7,62
Es gibt auch wesentlich teurere geb. Ausgaben, die sind dann mit Kommentar. "Weihnachten"
Markt und
Strassen stehn verlassen,
still
erleuchtet jedes Haus.
Sinnend geh ich
durch die Gassen,
alles sieht so
festlich aus.
An den Fenstern
haben Frauen
buntes
Spielzeug fromm geschmückt;
tausend
Kindlein stehn und schauen,
sind so
wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins
freie Feld,
hehres Glänzen,
heil'ges Schauern!
Wie so weit und
still die Welt!
Sterne hoch die
Kreise schlingen;
aus des Schnees
Einsamkeit
steigt's wie
wunderbares Singen --- :
O du
gnadenreiche Zeit!
Dieses Gedicht hat
mir meine Mutter im letzten Kriege "aufgesagt" oder gesungen, ich
weiß es nicht mehr genau, als ich an ihrer Hand durch das nächtliche
Göttingen ging. Wir kamen aus dem brennenden Hannover, wo wir gerade
im Winter l943 unsere Wohnung verloren hatten. Die in Göttingen
wohnende Großmutter sah sich leider nicht in der Lage, uns
aufzunehmen. Zu diesem Zustand nach dieser Mitteilung passte das
Gedicht insofern, als wir traurig und ratlos (es fuhren keine Züge
mehr) durch die Altstadt von Göttingen gingen. Wir fanden dann
Unterschlupf bei der ebenfalls ausgebombten Hebamme, die mithalf, mich
Wonneproppen auf die Welt zu bringen, und die, was noch besser war,
ein Zimmer irgendwo in der Umgebung von Kassel ergattert hatte. Ich
weiß noch, wie wir im Freien die "Tannenbäume" am nächtlichen
Himmel über dem entfernt liegenden Kassel sahen, was in etwa dem 3.
und auch 4. Vers des Gedichtes "gleichkommt". Ich habe dieses
Gedicht nie mehr vergessen.
Ich hoffe, man kann
ein Gedicht auch auf diese Art einmal vorstellen; wie gesagt : mit den
Regeln der Germanistik hat dieses nichts zu tun.
|
Gedichtvorstellung:
|
Hier " noch ein Gedicht " aber aus der Neuzeit Erich Kästner " Der Dezember "
Der Dezember
Erich Kästner
|
Nun kommt noch ein humorvolles Weihnachts-Gedicht von James Krüss :

|
Die Weihnachtsmaus von James Krüss
Die Weihnachtsmaus ist sonderbar (sogar für die Gelehrten), denn einmal nur im ganzen Jahr entdeckt man ihre Fährten.
Mit Fallen oder Rattengift kann man die Maus nicht fangen. Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins
Garn gegangen.
Das ganze Jahr macht diese Maus den Menschen keine Plage. Doch plötzlich aus dem Loch heraus kriecht sie am Weihnachtstage.
Zum Beispiel war vom Festgebäck, das Mutter gut verborgen, mit einem Mal das Beste weg am ersten Weihnachtsmorgen.
Da sagte jeder rundheraus: "Ich hab es nicht genommen! Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen."
Ein andres Mal verschwand sogar das Marzipan von Peter, was seltsam und erstaunlich war, denn niemand fand es später.
Der Christian rief rundheraus: "Ich hab es nicht genommen! Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen!"
Ein drittes Mal verschwand vom Baum, an dem die Kugeln hingen, ein Weihnachtsmann aus Eierschaum nebst andern leckren Dingen.
Die Nelly sagte rundheraus: "Ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt
die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen."
Und Ernst und Hans und der Papa, die riefen: "Welche Plage! Die böse Maus ist wieder da, und just am Feiertage!"
Nur Mutter sprach kein Klagewort. Sie sagte unumwunden: "Sind erst die Süßigkeiten fort, ist auch die Maus verschwunden!"
Und wirklich wahr: die Maus blieb weg, sobald der Baum geleert war, sobald das letzte Festgebäck gegessen und verzehrt war.
Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus - bei Fränzchen oder Lieschen - da gäb' es keine Weihnachtsmaus, dann zweifle ich ein bisschen!
Doch sag ich nichts, was jemand kränkt! Das könnte euch so passen!
Was man von
Weihnachtsmäusen denkt, bleibt jedem überlassen!
James Krüss
|
Vorstellung einer Geschichte :

|
O.Henry Gebundene
Ausgabe - Pattloch Verlag, Ausgsburg 2000, ISBN 3629004865
- EUR 12,73
O. Henry (1862-1910) ist ein Pseudonym für William Sydney Porter, US-amerikanischer Kurzgeschichtenschreiber; besonders die Darstellung, oft auf humorvolle Art, des Großstadtlebens machten ihn bekannt.
Ich konnte
Bekenntnisse eines Humoristen Ausgewählte Kurzgeschichten -
Insel-Bücherei Nr. 641, 1979 Insel-Verlag Anton Kippenberg, Leipzig
antiquarisch erstehen; die Auswahl traf Günter Gentsch.
Man wird von O.
Henry sehr gut unterhalten und das Schmunzeln kommt auch nicht zu
kurz.
|
Vorstellung zweier Gedichte:
|
Lothar Zenetti
"Advent" und "Bekümmertes Weihnachtslied" aus
Die wunderbare Zeitvermehrung Verlag J. Pfeiffer, München
1979, 3. Auflage 1987
ISBN 3790403083
Preis unbekannt, habe das Buch antiquarisch erworben.
A D
V E N T
Joh. 1,9 "...da
kam das wahre Licht ... "
Wir kommen
nicht weiter.
Alles tritt
auf der Stelle,
ratlos.
Immerhin:
Man schafft neue Stellen.
Stellt neue
Kräfte ein.
Man ergreift
Maßnahmen.
Noch ist nicht
aller
Tage Abend,
noch nicht.
Maßnahmen
also,
aber ohne Maß,
maßlos mithin,
mäßig die
Beteiligung,
maßlose
Enttäuschung,
von Masse
keine Spur.
Beratungen
hinter
verschlossenen
Türen.
Einstimmiger
Beschluss,
dass man
schließt,
dass Schluss
ist.
Feuer
einstellen,
Bemühungen
einstellen.
Bevor ihn die
Hunde beißen,
macht der
letzte das Licht aus.
Doch siehe,
da kommt
einer, kommt herein
und zündet das
Licht an und sagt:
Neueröffnung!
B E K Ü M M E R T E S W E I H N A C H T S L I E D
Lukas 2,8-14
"Wo bist du, Gott,
du großer Stern,
den die Gebete
nennen?
Du warst doch
nah und bis so fern
und lässt dich
nicht erkennen.
Die Augen nehmen
dich nicht wahr,
wir gehen wie
die Blinden
und suchen, wo
dein Bild einst war,
und können dich
nicht finden.
Wir hören deine
Stimme nicht
im Lärmen der
Motoren.
Lass' leuchten,
Herr, dein Angesicht,
sonst gehen wir
verloren.
Der Himmel über
uns ist leer
und nirgends
Engelheere.
Wo nehmen wir
den Frieden her?
Wir haben nur
Gewehre.
Weiß einer
noch, wo Hirten sind,
die wachen bei
den Herden?
Zeig uns den
Stall, zeig uns das Kind,
dass wir gerettet
werden."
Lothar Zenetti wurde
1926 in Frankfurt am Main geboren. Von 1962 bis 1969 Frankfurter
Stadtjugendparrer. Er kam dann in die Gemeinde St. Wendel in
Frankfurt/M. und wurde danach Dekan des Dekanates Franfurt-Süd. Seit
1982 katholischer Beauftragter für den Hörfunk beim Hessischen Rundfunk.
Er hat viele Bücher geschrieben und auch Liedtexte veröffentlicht.
Mir sagen seine Texte
sehr viel, auch seine Prosa-Texte im o. g. Buch, es sind Variationen zum
Evangelium, die oft verblüffen und viel mit unserem Leben zu tun haben;
sie können einem helfen, den Alltag zu bestehen.
Ich wünsche eine
erhellende Adventszeit, die wir in der jetzt herrschenden Dunkelheit gut
gebrauchen können.
|